Wir feiern an der jährlichen GV die MundartScrollen Sie durch die Events der letzten Jahre

Endlich dr "SPROOCHSCHATZ"

Image
Die Basler IG Dialekt setzt sich bekanntlich ein für den Erhalt und die Förderung des Dialekts, insbesondere der Basler Mundart. Dabei geht vor allem darum, dass unseren Kindern der Zugang zur Sprache erleichtert wird,  und dass dabei besonders Wert auf Dialekt gelegt wird. Dazu braucht es für Lehrerinnen und Lehrer in Kindergärten, Tagesstätten oder Horten, aber auch für Eltern, Grosseltern und so weiter auch geeignete Hilfsmittel.
In den letzten drei Jahren ist mit Michael Luisier als Autor und Nicolas d’Aujourd’hui als Gestalter, und zusammen mit dem Christoph Merian Verlag, der „Sproochschatz“ entstanden. Es ist ein grosses Spiel, das in Basel gespielt, erlebt und weitergeführt werden kann. Neben einem reich illustrierten Buch als Anleitung zum Spiel, mit zahlreichen Geschichten und Liedern (auch als CD), erscheinen die Hauptfiguren als Puppen, Tiere in Holz, ein grosses Kartenspiel, eine Schatzkiste.
Ein vielteiliges Spiel zur Förderung des Dialektes, das nicht nur die Kinder beglücken wird, sondern auch in  Kindergärten, Tagesstätten oder Horten hoch willkommen ist und Eltern sowie Grosseltern gleichermassen begeistern wird. Die IG Dialekt stellte das grosse Spiel in einer Vorpräsentation vor. Die grosse Vernissage fand im August im Basler Rathaus statt.
Wie steht es um unsere Dialekte in der Deutschschweiz?
Vier Experten des Vereins Schweizerdeutsch präsentierten, analysierten, diskutierten, animierten,  informierten und stellten sich 2018 den Fragen des Publikums.
Mit Dr. Luzius Thöny und Martina Heer vom Institut für Germanistik der Uni Bern, Sandro Bachmann, Dialektologe am Deutschen Seminar der Uni Zürich, sowie Anne-Regula Keller, Journalistin und in mehreren Dialekten zu Hause, durften wir vier engagierte Vorstandsmitglieder des Vereins Schweizerdeutsch zu einem Podiumsgespräch empfangen, in welchem wir über die Situation unserer Dialekte in der Deutschschweiz gesprochen haben: Stellung und Stellenwert, Perspektiven, Gefahren, Chancen, notwendige Aktivitäten…
Nach den erfolgreichen Abenden auch 2017 eine öffentliche Veranstaltung angeboten, bei der es um Fragen, Freuden, Kritiken und Anregungen zu Dialekt und Dichtung rund um die Fasnacht ging.
Markus Ramseier (Flurnamenforscher, Schriftsteller, MundartKolumnist, Schnitzelbänggler) und Felix Rudolf von Rohr (Regio-Enthusiast, politisches Alteisen und Zeedeldichter)
warfen sich Reime aus Zeedeln und Bängg zu und animierten zu frohem Verseschmieden auch ausserhalb der drei scheenschte Dääg...

2017: BÄNGG UND ZEEDEL SINN MEE ALS NUMME DIALÄGGT

Nach den überraschenden und erfolgreichen Anlässen mit Mundart-Rapper Black Tiger und mit den Slam-Poeten Daniela Dill und Micha de Roo hat die Basler IG Dialekt im Juni 2016 im Kellertheater der Baseldytsche Bihni das eigenesgrosse Projekt "Sproochschatz" zur Förderung von Mundart in unseren Kindergärten vorgestellt, zu dem alle, denen die Dialektpflege in unseren Kindergärten ein Anliegen ist, herzlich eingeladen wurden. 
Image
Der Basler und Vater einer Tochter in der Brimmeli ist 52 Jahre alt, Regisseur, Schauspieler, Musiker, Verfasser deutscher und baseldeutscher Bühnentexte und hauptberuflich Kulturredaktor beim Radio SRF.
Dialekte verändern sich. Sie entwickeln sich und lassen sich auch nur schwer festhalten, geschweige denn unterrichten. Schreibt man sie auf, etwa um eine Grundlage für einen Dialektunterricht zu erhalten, ist das, was man aufgeschrieben hat, nach ganz kurzer Zeit schon wieder veraltet. Es geht also darum, den Dialekt auf eine andere Weise zu fördern, auf eine spielerische, mündliche und sinnliche. Darum ist „Sproochschatz“ ein Spiel. Ein Spiel für Kinder, animiert und unterstützt von ihren Lehrpersonen.
​Das Spiel richtet sich an Kinder im Kindergartenalter und dient dazu, den Dialekt und die Dialekt-, respektive Sprachkompetenz der Kinder zu fördern. Es richtet sich an alle Kinder unabhängig davon, welchen Hintergrund sie mitbringen. Das Spiel kann auch auf das jeweilige Niveau eines Kindes eingehen. Das heisst, Kinder, die bereits Vorkenntnisse oder besondere Begabungen mitbringen, erfahren durch das Spiel eine andere Förderung als andere Kinder. Es geht um Förderung und schliesst jedes Niveau mit ein

Slam Poetry mit Daniela Dill und Micha de Roo.

Image

Dem Verein

...ist die sorgsame Pflege und der Erhalt unser Muttersprache ein ganz grosses Herzensanliegen. Unser Dialekt gehört aber nicht ins Museum, sondern in den lebendigen Alltag, Daniela Dill und Micha de Roo sind dafür besonders erfrischende Beispiele.
Image

Daniela Dill

…hat an der Universität Basel Literaturwissenschaften studiert und schon im Jahr 2010 den Kulturförderpreis des Kantons Baselland erhalten. Sie ist schon lange ein fester Wert auf der nationalen Poetry Slam-Bühne.
Image

Micha de Roo

…ist ein Künstler mit niederländischen Wurzeln, der die Form der Slam Poetry in Dialektform pflegt, und zwar speziell auf Basler Art: Witzig, aber auch hintergründig ernst, ironisch und mit Augenzwinkern.

Mit Black Tiger.

Der Verein „Basler Interessengemeinschaft Dialekt“ hat sich auch 2014 im Anschluss an die ordentliche Generalversammlung etwas Besonderes einfallen lassen. 

Nach einer trinationalen „Auslegeordnung“ zum Stand der Mundartpflege in unserem alemannischen Umfeld vor einem Jahr, ging es diesmal darum, zu zeigen, dass Dialekt auch leben, sich entwickeln, und der Zeit anpassen darf und kann.
Image
Image

Image
Image

Image
Image

Der Verein „Basler Interessengemeinschaft Dialekt“ hat sich auch 2014 im Anschluss an die ordentliche Generalversammlung etwas Besonderes einfallen lassen. Nach einer trinationalen „Auslegeordnung“ zum Stand der Mundartpflege in unserem alemannischen Umfeld vor einem Jahr, ging es diesmal darum, zu zeigen, dass Dialekt auch leben, sich entwickeln, und der Zeit anpassen darf und kann.
​Für ältere Semester war es wohl etwas ungewöhnlich oder gar mutig, einen Rapper kennenzulernen. Etliche Besucherinnen und Besucher im gut besetzten Kellertheater der Baseldytsche Bihni dürften somit den Schritt zu diesem Anlass mit skeptischem Gefühl gewagt haben. Aber, um es vorweg zu nehmen: Das Publikum wurde aufs Beste überrascht. Ein Teilnehmer meldete sich am nächsten Tag mit der Bemerkung „Black Tiger hat aber alle Erwartungen weit übertroffen. Ich habe kaum je in weniger als zwei Stunden so viel gelernt!“, was wohl schon (fast) alles sagt.
​Tatsächlich durften die Mundart-Interessierten einen Abend mit Urs Baur alias Black Tiger erleben, der von A bis Z geprägt war von Qualität der Dialekt-Pflege, überraschenden Informationen über die Hip Hop- und Rap-Entwicklung, und vor allem von der Begegnung mit einem liebenswürdigen, fröhlichen, aber auch sehr ernsthaften Zeitgenossen. Linda Stibler und Felix Rudolf von Rohr durften Urs Baur in lockeren Gesprächen vorstellen und ihm auf den Zahn fühlen. Er gehört zu den ersten Rappern, welche diese Kunstform nicht dem englischsprachigen Ursprung entsprechend, sondern eben in Mundart pflegen. In seinem Fall erfreulicherweise eben sogar in Baseldeutsch. Seine Texte und Auftritte sind geprägt von einem ernsthaften Engagement gegen Gewalt, Unrecht, Krieg, Sexismus – also genau im Gegensatz zu jener Rapper-„Kultur“, die uns landläufig bekannt sind. Dazu kommt, dass er ein Meister des Wortspiels ist, und seine Texte immer wieder einmal mit einem witzigen oder auch ironischen Einfall durchzieht und auflockert.
​Black Tiger hat uns gezeigt, wie Mundart auch in die heutige Zeit hinein getragen und gepflegt werden kann. Und vielen von uns hat er auch die Türe geöffnet zu einem Kunst-Genre, mit dem die nicht mehr ganz Jungen vielleicht (noch) nicht so viel anfangen konnten.

Text: Felix Rudolf von Rohr